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Gel­tungs­be­reich

Gel­tungs­be­reich (Quelle: Planas)

 

  • Wenn Sie mit Nach­barn Aus­tausch haben möchten, die bereits Erfah­rung mit behut­samer Sanie­rung und Erwei­te­rung bzw. Moder­ni­sie­rung von Alt­bauten haben, treten Sie gern mit uns in Ver­bin­dung. -

Die Bür­ger­ver­ei­ni­gung Dich­ter­viertel setzt sich dafür ein, Bestands­bauten nach Mög­lich­keit zu erhalten. Der erhal­tens­werte Bestand betrifft in der Regel nicht nur die Außen­an­sichten, die durch Reno­vie­rung ihre ursprüng­liche Schön­heit wie­der­er­halten, son­dern auch die Bau­sub­stanz. Die z.T. hun­dert Jahre alten Häuser sind aus Mate­ria­lien wie Lehm­zie­gel­steinen gebaut, die hier gewonnen wurden und eine beson­dere Qua­lität auch in Bezug auf das Bin­nen­klima haben. Heute ver­wen­dete Bau­ma­te­ria­lien, man denke nur etwa an Sty­ropor, kommen an diesen Stan­dard nicht heran.

Zuletzt ver­mit­telte die Bür­ger­ver­ei­ni­gung beim Abriss und Neubau der Gustav-Freytag-Straße 34. Die ehe­ma­lige Villa Lehner fand nach meh­reren Um- und Erwei­te­rungs­bauten, zuletzt als Ate­lier eines bekannten Formel 1 – Foto­grafen, keinen Käufer, der sie erhalten wollte. Der neue Bau­herr plante den Abriss und der Archi­tekt erläu­terte im Bau­an­trag, die geplanten drei Geschosse sollten „ver­mit­teln” zwi­schen den fünf Geschossen der G.F. Straße 36–38 und dem benach­barten Grund­stück.
Das Argu­ment hatte in den Augen der Bür­ger­ver­ei­ni­gung keinen Bestand, weil die Geneh­mi­gung der Gustav-Freytag-Straße 36–38 eine echte Bau­sünde dar­stellte, an der man sich kei­nes­falls ori­en­tieren könne. Im Anschluss an diese und die Geneh­mi­gung der Wohn­an­lage Grill­parz­er­straße (neben dem Anwesen Hamm) wurde schließ­lich die Erhal­tungs­sat­zung zur Ver­mei­dung wei­terer Bau­sünden ver­fasst.
Im posi­tiven Aus­tausch mit dem Bau­herrn konnte bei der Gustav-Freytag-Straße 34 erreicht werden, dass die geplanten 3 auf zwei­ein­halb Geschosse redu­ziert wurden und die Fas­sade sich besser ein­fügt in das Dich­ter­viertel.

Der Abriss eines grün­der­zeit­li­chen Gebäudes ist immer ein Ver­lust, weil mit dem Ver­schwinden ein wesent­li­ches Gestal­tungs­re­likt für das Stra­ßen­bild ent­fällt. Statt­dessen werden i.d.R. zwar ‚moderne’, aber gesichts­lose Häuser oder qua­der­för­mige Wohn­an­lagen errichtet.
Der erhal­tens­werte Vil­len­cha­rakter geht Stück für Stück ver­loren, die Nach­bar­b­au­sünden würden, wenn auch post­mo­dern, per­pe­tu­iert und ver­tieft.
Mit jeder Geneh­mi­gung ent­fallen auch immer Argu­mente für Fol­ge­pro­jekte, es han­delt sich jeweils um Prä­ze­denz­fälle. Dies alles sind stadt­pla­ne­ri­sche Erwä­gungen, die keinen Nach­bar­schutz ent­falten. Gleich­wohl geben sie aber der Behörde die Mög­lich­keit, aus pla­ne­ri­scher Sicht der wei­teren Ent­wer­tung des Dich­ter­vier­tels im Sinne der Erhal­tungs­sat­zung Ein­halt zu gebieten.

denk­mal­ge­schützt: süd­liche Seite der Roseg­ger­straße um 2000